Rota Tavsiyeleri
Wir freuen uns, Sie auf einer unserer Yachten begrüssen zu dürfen. Unsere Yachten sind für dieses Revier bestens ausgerüstet. Auch längere Strecken sollten keine Probleme bereiten. Als Anregung für Sie habe ich diesen kleinen Törnführer zusammengestellt. Er soll aber wirklich nur als Vorschlag und Inspiration verstanden werden. Selbstverständlich können Sie ihre Segelwoche(n) individuell gestalten. Alle dafür notwendigen Hilfsmittel, wie Chartplotter, Seekarten und Handbücher (Horn/Hoop; Heikell; Radspieler) befinden sich auf allen unseren Schiffen.
Hat man nur eine Woche Zeit, bieten sich von unserer Basis Alacati der Bereich um Cesme und Chios sowie die Nordroute nach Ayvalik bzw. die Südroute nach Kusadasi an.Für ambitionierte Segler auch die griechischen Inseln um Patmos und Samos.
Haben Sie als Ausgangspunkt Bodrum / Turgutreis gewählt, eröffnen sich Ihnen eine Menge von Optionen für einen 1 oder 2 Wochentörn. Die griechischen Inseln liegen vor der "Haustüre". An der türkischen Küste Fahrten in den Gökova Golf, Hisarönü Golf oder den Yesilova Körfezi. Auch Fahrten nach Marmaris und Umgebung sollten kein Problem darstellen.
Ab zwei Wochen kann man eine Kombination aus dem gesamten Revier zusammenstellen.; je nach Lust und Laune. Ein absolutes Highlight ist ein 2 Wochentörn nach Santorin, von Bodrum wie auch von Alacati leicht durchführbar.
Die meisten der unten aufgeführten Plätze habe ich selbst angelaufen. Doch auch mehrere Jahre Segeln in diesem Revier reichen nicht aus, um alle Möglichkeiten auch nur annähernd auszuschöpfen.
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In der Segelsaison ist das Revier durch nördliche Winde geprägt. Der Wind, genannt Meltemi oder griechisch Etesien (alle Jahre wieder) wird hervorgerufen durch das vorderasiatische Hitzetief und den beiden grossen Hochdruckgebieten im Westen, dem Azorenhoch und dem Balkanhoch. Dadurch kommt diese beständige Nordströmung in den Sommermonaten zustande. Im Norden der Aegäis bläst der Wind aus NE – N, dreht weiter südlich auf NW – W und kommt in der Rhodosstrasse aus W – SW. Er beginnt im Mai, erreicht seine grösste Stärke im Juli/August und schläft Mitte bis Ende Oktober ein.
Das Revier wird auch als Revier für Langschläfer bezeichnet (Rod Heikell). Der Wind beginnt im Tagesverlauf gegen 11.00 Uhr, erreicht am Nachmittag seine grösste Stärke und schläft nachts wieder ein. Die normale Windstärke liegt im Sommer bei 4 bis 6 Bft. Bläst der Meltemi stärker (kann durchaus vorkommen), steht er auch die Nacht durch und kann eine Woche durchblasen.
Durch diesen beständigen Sommerwind sind auch längere Fahrten mit wenigen Motorstunden möglich. Beachten Sie aber, dass Fahrten nach Norden durch eventuelles Aufkreuzen länger dauern können.
Am Kap Knidos, zwischen Kos und Bodrum – Halbinsel, in der Phournoi – Strasse (westl. Samos) sowie an den Leeküsten kann die Windstärke leicht um mehr als 2 Bft grösser sein als normal. Daher ist es ratsam auf der Fahrt nach Norden, das Kap Knidos vor 11.00 Uhr gerundet zu haben und Samos östlich zu passieren (Kusadasi – Strasse).
Die frühen Morgenstunden können auch genutzt werden, um unter Maschine Strecke zu machen, bevor der Meltemi einsetzt.
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Im Mittelmeerraum wird überwiegend "römisch – katholisch" angelegt, d.h. mit dem Heck zur Pier an einer Mooringleine oder vor eigenem Buganker. In der Türkei nimmt der Segelsport immer mehr zu, folglich werden auch mehr und mehr Marinas gebaut; die besten im ganzen Mittelmeerraum.
Vor Einlaufen in eine Marina melden Sie sich bitte über den Arbeitskanal (meist Ch 72 oder 73) an; ein Pilotboot erwartet Sie dann am Marina- eingang, führt Sie zum Liegeplatz und hilft beim Anlegen. Die Versorgungs- und Service- einrichtungen sind hervorragend.
Aber noch immer sind an der türkischen Küste in den Buchten häufig Restaurants mit Bretterstegen und Mooringleinen anzutreffen. Das Liegen ist gratis (sehr oft inkl. Strom und Wasser). Dafür erwarten die Restaurantbetreiber, dass man zum Essen kommt.
In den griechischen Häfen wird vor Buganker mit Heckleinen zur Pier festgemacht. Hier muss oft mit starkem Schwell der ein- und auslaufenden Fähren gerechnet werden.
Oft liegen auch Mooringtonnen aus, z.B. in Emporio auf Kalymnos; nicht ohne Grund: meist schlecht haltender Ankergrund oder zu grosse Wassertiefen.
Das Ankern in den Buchten an der türkischen Küste ist nicht ganz einfach. Die Buchten sind sehr tief und der Boden ist mit dichtem Kraut bewachsen. Die auftretenden Fallböen machen das Ankern auch nicht einfacher. Stecken Sie jedenfalls viel Kette und bringen Sie gegebenenfalls eine lange Leine zum Land aus.
Alle unsere Schiffe sind mit Bügelanker oder Ultraanker ausgerüstet, die sich speziell auf diesem Ankergrund hervorragend bewährt haben. Desweiteren verfügt jedes Schiff über elektrische Ankerwinde, 80m Ankerkette und Kettenkralle.
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Die Verhältnisse haben sich sehr verbessert und die Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei kann man in dieser Beziehung als ganz normal bezeichnen. Die Hafenbeamten sind in der Regel sehr professionell und freundlich. Das gilt auch für Yachten unter türkischer Flagge. Das Einklarieren ist mittlerweile wieder relativ einfach geworden, manchmal mit etwas Lauferei verbunden. Das griechische Transitlog kostet 30 €.-50 € Nähere Informationen über das Prozedere – Wechsel zwischen Türkei und Griechenland - erhalten Sie von unserem Büro.
Törnvorschlag 1 Rund Chios–Cesme–Alacati (nach oben)
1. Tag: Alacati – Chios 15 sm
Nach dem Verlassen der Marina Alacati fahren Sie am besten bis zur weißen Tonne (Kurs ca. 120°) und nehmen dann Kurs auf die Ausfahrt der Alacati-Bucht. Achten Sie dabei auf die Sandbank vor dem Hotel und die vielen Surfer. Bei nördlichen Winden kreuzen Sie bis Chios-Hafen auf. Man kann die beiden kleinen Inseln (die westl. mit Leutfeuer Fl.(5s) 42m 10M) auf allen Seiten gefahrlos passieren. Näher an Chios ist die Hafenmole mit den Leuchtfeuern gut auszumachen. Bei südl. Winden hingegen ist direktes Ansteuern möglich.
Wollen Sie nur kurz zum Einklarieren anlegen, können Sie im südl. Teil des Hafenbeckens längsseits gehen. Der nördl. ist Fähren und Kreuzfahrtschiffen vorbehalten. Das Hafenamt (weißes Gebäude) befindet sich im nördl. Teil links vom Fährterminal. In diesem Zoll u. Passportpolice. Zum Bezahlen muss man um das ganze Hafenbecken herumlaufen und mit den gestempelten Papieren wieder zum Hafenamt zurückkehren.
Wenn Sie einen längeren Aufenthalt wünschen, legen Sie Ihr Schiff im südöstl. Teil des Hafens an den für Segelschiffe vorgesehenen Bereich vor Buganker an die Pier.
2. Tag: Chios – Ounousai 9 sm
Bis Ounousai sind es zwar nur 9 sm, doch bietet sich hier ein Abstecher in den Ildir-Körfezi mit vielen Möglichkeiten an; achten Sie jedoch beim Runden von Kap Üc Burunlar auf die vorgelagerten Klippen. Eine Durchfahrt ist möglich, doch sollten Ortsunkundige die Untiefentonnen nördlich passieren. Zwei Meilen südlich liegt:
1. Dalyanköy: kleine Marina, Mooringleinen vorhanden, mit sehr guten Fischrestaurants u. guten Einkaufmöglichkeiten.
2. Unmittelbar südlich von Dalyanköy liegen 2 Ankerbuchten zum Baden. Auf 3-4 m ankert man hier auf reinem Sandgrund.
3. Vier Meilen nördl. Dalyanköy liegt die Eselinsel, Karaada. 3 Buchten schneiden tief ein in denen man bei nördl. Winden gut geschützt liegen kann. Die Insel ist von Wildschweinen und Eseln bewohnt, die meist in der mittleren Bucht zu bewundern sind.
Zum Übernachten bietet sich dann für die Umrundung von Chios die kleine Insel Ounousai, mit ihrem sehr schönen u. absolut sicheren Hafen Mandraki, an (von Dalyanköy 10 sm; von Karaada 7 sm). Der Hafen wurde in letzter Zeit zur kleinen Marina ausgebaut. Man geht mit Bug- oder Heckanker an den Kai. Nette Tavernen befinden sich um den Hafen herum.
3.Tag: Ounousai – Limnia 30 sm
Von Ounousai segelt man durch den 1,5 sm breiten Diavlos Spalmatori Kanal an der Nordküste von Chios entlang ca. 15 sm nach NW u. W. Hier muss man evtl. etwas aufkreuzen, doch dann geht es auf S u. SW Kurs nach Limnia unterhalb des Ortes Volissos. Der Hafen ist absolut sicher u. eindrucksvoll unter einem genuesischen Kastell gelegen. In den Tavernen am Hafen isst man gut und preiswert.
4. Tag: Limnia – Ankerbuchten im Süden
Von Limnia aus hat man mehrere Möglichkeiten. 16 sm weiter im Süden gibt es verschiedene Ankerbuchten, von denen ich Trachilia Salaganas am schönsten finde. Auf 6-7 m über Sandgrund ankert man hier in glasklarem Wasser frei schwojend.
Wer lieber einen längeren Schlag machen möchte, segelt 10 sm weiter in die 3 sm nördl. der Südspitze von Chios gelegene Bucht von Emporio. An der Betonpier sind nur Wassertiefen von 1,40 m bis 1,90 m. Ankern Sie lieber frei schwojend über 4-5 m Sandgrund. Guter Schutz bei nördl. Winden. Empfehlenswerte Taverne "Bei Maria".
5./6. Tag: Richtung Cesme/Alacati
Je nach verbleibender Zeit bietet sich vor der Rückfahrt nach Alacati ggf. noch ein Abstecher nach Cesme an. Von Emporio aus sind es 15 sm, die man ohne Schwierigkeiten auch bei stärkerem Wind in nicht allzulanger Zeit zurücklegt. Cesme liegt ca. 4 sm südl. von Üc Burunlar und 14 sm von Alacati entfernt. Der Hafen ist absolut sicher; z.Zt. wird die Marina ausgebaut; sie soll zur Saison 2010 fertig sein. Restaurants u. Cafes säumen die Wasserfront; eine Einkaufsstraße führt hinauf zu Cesme-Merkez, wo auch die Minibusse nach Ilica u. Alacati abfahren bzw. ankommen.
Letzter Tag
Sollte aus Zeitgründen ein Abstecher nach Cesme nicht möglich sein, laufen Sie von Emporio aus direkt Alacati an. Ob von Cesme (14 sm) oder Emporio (15 sm), in beiden Fällen bietet der letzte Tag stressfreies u. bequemes Segeln zum Ausgangspunkt, Alacati Marina, wo Sie gegen 17 Uhr von unserem Personal am Bavaria-Steg erwartet werden.
Wie Sie Ihre Segelwoche gestalten, liegt selbstverständlich bei Ihnen. Dies soll nur ein Törnvorschlag sein, der Ihnen einige Anregungen bieten möchte, aber auch Spielraum für individuelle Unternehmungen lässt. Je nach Windstärke u. -richtung können sich die Fahrzeiten etwas verlängern oder verkürzen. Holen Sie sich einschlägige Wetterberichte ein (z.B. im Charterbüro) und verwenden Sie für die Umrundung der Kaps und für die Ansteuerung der Häfen u. Ankerbuchten die auf jedem Boot befindlichen Seekarten u. Hafenhandbücher. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Crew auf alle Fälle viel Spass.
Törnvorschlag 2 Alacati–Ayvalik–Alacati (nach oben)
Eine Woche ist für diesen Törn etwas knapp bemessen, doch für ambitionierte Segler durchaus zu schaffen.
1.Tag: ca 20 sm
Am ersten Tag bieten sich Ziele im Ildir Golf oder der Hafen Mandraki auf der Insel Ounousai an, da man in der Regel nicht allzu früh loskommt. Diese Ziele wurden bereits im Törnvorschlag 1 ausführlich beschrieben. Sie bieten sichere Übernachtungsmöglichkeiten und sind in nicht allzulanger Zeit erreichbar.
2.Tag: nach Eski Foca ca. 25–30 sm
Am zweiten Tag führt Sie der Weg über Kap Karaburun nach Eski Foca. Mooring in Büyükdeniz Limani oder im Club, wo einige Moorings ausliegen. Gute Einkaufsmöglichkeiten und gute Restaurants an der Wasserfront unterhalb eines genuesischen Kastells. Sollten keine Liegeplätze frei sein, kann man auch im Hafenbecken ankern.
3.Tag: Eski Foca – Bademli Limani 19 sm
Von Eski Foca führt uns der Weg weiter nordwärts nach Bademli zum Liegeplatz zwischen der Insel Kalem und dem türkischen Festland. Ankern Sie über weißem Sandgrund in 3-6 m Wassertiefe. Eine Yacht kann außerdem vor Bademli Liman selbst vor Anker gehen, doch die Wassertiefen nehmen zum Land hin schnell ab. Ein weiterer Ankerplatz befindet sich zwischen den beiden Inselchen in 2-4 m Wassertiefe.
Eine Durchfahrt nach Norden ist nicht möglich. Alle Ankerplätze liegen in sehr schöner Umgebung mit heißen Quellen. Die Durchfahrt zwischen Kalem Adasi und Festland ist von Nord u. Süd befahrbar. Südl. Einfahrt etwas eng. Halten Sie sich bei der Durchfahrt gut mittig.
4.Tag: Bademli – Ayvalik u. Umgebung ca. 25 sm
Ayvalik liegt gegenüber von Lesbos an der Südseite des Edremit Golfs. Die Ansteuerung nach Ayvalik erfolgt durch einen betonnten Kanal, der auch bei Nacht keine Probleme bereitet. Der Archipel ist wunderschön.
Es bieten sich mehrere Liegemöglichkeiten: in Ayvalik Setur-Marina, oder in Kumru Köyü über 3-4m Mud und Camlik Köyü über 3-4m Mud vor Anker. Beide Buchten bieten guten Schutz vor Meltemi. Die Setur-Marina bietet alle Servicemöglichkeiten inkl. Tankstelle. Gute Restaurants am alten Zollpier, Migros Supermarket, Gas etc.
5.Tag: Ayvalik – Lesbos 27 sm
Auf dem Weg von Ayvalik wieder südwärts zum Ausgangspunkt Alacati bietet sich eine Ankerbucht auf der griechischen Insel Lesbos, nämlich Agios Ermogenis in der Einfahrt zum Kolpos Geros an. Diese 27 sm kann man bei den vorherrschenden Winden problemlos zurücklegen und die Nacht in ansprechender und ruhiger Umgebung vor Anker verbringen. Taverne an Land.
6.Tag: Agios Ermogenis – Alacati 53 sm
53 sm liest sich auf den ersten Blick als gewaltige Strecke, gerade am letzten Tag, doch bei in der Regel gutem Meltemi ist die Strecke gut zu bewältigen. Vielleicht etwas früher aufbrechen und auf See frühstücken. Hat man etwas mehr Zeit zur Verfügung, vielleicht gutgemacht auf dem Weg nach Norden oder von Ayvalik früher aufgebrochen oder durch eine Nachtfahrt, kann man noch einen Zwischenstopp in Cesme einlegen (beschrieben in Törnvorschlag 1) und den restlichen Weg nach Alacati dann am nächsten Tag ganz relaxt zurücklegen.
Aber, wie schon in Teil 1 gesagt, soll dies lediglich ein Törnvorschlag sein. Wind und Wetter können Änderungen notwendig machen. Auch sollten Sie über eine Nachtfahrt nachdenken, dies erweitert die Möglichkeiten erheblich. Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Ihnen und Ihrer Crew wünschen wir jedenfalls viel Spaß beim Segeln
Törnvorschlag 3 Alacati–Phournoi–Patmos-Samos–Alacati (nach oben)
Dieser Törn ist in einer Woche gut zu machen. Sollten Sie bereits am Ankunftstag den Check -In, Einkäufe etc. frühzeitig erledigt haben, bietet es sich an, noch am gleichen Tag auszulaufen und mit einem schönen Anlieger die 15 sm nach Emporio, einer Ankerbucht mit Tavernen im Ort auf der griechischen Insel Chios zurückzulegen. (Ausfahrt Alacati sowie Emporio beschrieben im Törnvorschlag 1). Diese Strecke würde ca 3 Stunden in Anspruch nehmen, also kein Problem.
Wer am Ankunftstag nicht mehr wegkommt, für den sollte die Strecke Alacati – Phournoi am nächsten Tag auch kein Problem darstellen; achterlicher Wind garantiert flottes Vorankommen.
Phournoi
Phournoi ist eine Inselgruppe ca. 35 sm südlich von Alacati zwischen Ikaria und Samos. Die Inselgruppe wird nicht so häufig von Segelyachten angelaufen und ist daher ein reizvolles Ziel. Die Bewohner leben meist noch vom Fischfang. Tourismus gibt es quasi nicht. Einige Ankerbuchten sowie ein kleiner Hafen stehen zur Verfügung.
Chrisomilia 37°37,4N 26°30,0 E
Die Bucht liegt unterhalb der Ortschaft mit Kiesstrand. Sie können ca. 50m vor dem Anleger ankern auf 10m über Sandgrund und sich mit einer Landleine ca. 3 – 4m vor den Anleger verholen. Bei starken N – lichen Winden wird die Bucht unbrauchbar wegen starken Schwells.
Haupthafen Kampos
Der schmale Kanal zwischen dem vorgelagerten Inselchen und Phournoi ist nicht passierbar. Laufen Sie nördlich davon in den Hafen ein. Nachts im weissen Sektor des Leuchtfeuers bleiben. Versuchen Sie einen Platz zwischen den Fischern an dem W – E verlaufenden Kai zu bekommen. Hübscher Ort mit mehreren Tavernen am Hafen und im Ort.
Kambi
Bei starken N – Winden Kampos vorzuziehen. Ankern Sie auf 6 – 7m über Sandgrund vor dem T – Anleger der Taverne mit Leine zu den Ringen am Steg. Heftige Fallböen können auftreten.
Patmos
Patmos ist eine gebirgige Insel mit einigen hübschen Ankerbuchten nördlich und südlich des Hauptortes Skala Patmou an der Ostseite der „Wespentaille“ der Insel. In prähistorischer Zeit bewohnten die Karier die Insel, später die Dorer und Ionier. Es wird überliefert, daß Orest hier Zuflucht fand nach dem Sühnemord an seiner Mutter. Es soll auch eine Akropolis sowie Tempel von Apollo und Dionysos gegeben haben. Die Schutzgöttin von Patmos war Artemis, deren Tempel sich bei der Chora befunden haben soll. Auf dessen Ruinen baute der Hl. Johannes der Theologe die Basilika nachdem er 96 n.Ch. in einer Höhle die Offenbarung der Apokalypse gehabt hat. 1000 Jahre später wurde hier das Kloster St. Christodoulos errichtet, das heutige Wahrzeichen von Patmos.
Skala Patmou–Haupthafen 37° 19,6'N; 26° 33,7'E (Anst.) kann man bei Tag und Nacht anlaufen. Die Inselchen und Untiefen kann man bei Tag gut erkennen. Nachts bleiben Sie in den weissen Sektoren der Leuchtfeuer um sich gut freizuhalten. Gehen Sie vor Buganker an den Yachtkai. (viel Kette stecken wegen seitlichen Fallböen). Patmos ist Port of Entry, wo Sie einklarieren können, falls Sie dies noch nicht getan haben. Gute Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten sowie Tavernen und Cafes.
Buchten nördlich Skala Patmou
1. Ormos Aspris
Ankern Sie auf 5 – 7 m über Sandgrund vor dem Strand
2. Ormos Melogi
Ankern Sie auf 8 – 10m über groben Sand in der Mitte der Bucht. Tavernen am Strand
3. Ormos Agria Livadia
ankern auf 5 – 7m gut haltendem Grund; bei der nördlichen Ausfahrt gut mittig halten, dann keine Probleme beim Durchfahren.
4. Ormos Kampos
Ankern Sie im N–Teil der Bucht auf 4–5 m über grobem Sand. Tavernen am Strand.
Bucht südlich Skala Patmou:
Ormos Grikou 37° 17,9' N; 26° 34,2' E
Die Bucht bietet guten Schutz; die Durchfahrt zwischen der kleinen Insel und Patmos ist problemlos.
Patmos ist eine Reise wert; sowohl in kultureller und kulinarischer Hinsicht als auch was sportliche
Aktivitäten angeht. Die Insel bietet Interessantes für jede Altersklasse und jeden Geschmack.
Arki/Lipsi
Auf der Weiterfahrt zum nächsten Tagesziel Agathonisi, nur 17sm entfernt, bietet sich ein „Verweilen“ im nur 6sm östlich von Patmos gelegenen Arki/Lipsi – Archipel an. Vielleicht etwas zwischen den Inseln kreuzen, einen Badestopp in einer der Buchten einlegen oder in den Hafen von Lipsi zum Mittagessen einlaufen.
Badebuchten auf Arki
1. Porto Stretto 37° 22,5' N 26° 44,4' E
Glasklares, türkisfarbenes Wasser; bester Platz in der „Ostbucht“ auf 10m über Schlick frei schwojend.
2. Insel Maratho 37° 21,8' N 26° 44,0' E
Ben der Einfahrt von Süden aufmerksam navigieren. E – lich von Maratho Untiefe und NW– lich des vorgelagerten Inselchens Untiefe. Etwas näher an Maratho halten. Es liegen Mooringtonnen aus, die zu den Tavernen gehören (VHF Ch 12). Ankern ist schlecht, da sehr tief.
Badebucht auf Lipsi: Lira – Reede 37° 16,5' N 26° 46,2' E
1. Ankerplatz westlich des Insel Lira
im nördlichen Teil der westlich von Lira gelegenen Bucht auf 5 – 7m über Sand frei schwojend.
2. Ankerbucht nördlich von Lira auf 6m über Sand frei schwojend;
Tavernen am Strand.
3. NE–lich von Lira auf 5 – 7m über Sand frei schwojend.
Lipsi Hafen 37° 17,5' N 26° 44,9' E
kann man bei Tag und Nacht anlaufen; hübscher Ort, Tavernen und Cafes säumen die Wasserfront Liegemöglichkeiten:
Yachtponton westlich des Fähranlegers
Betonpier an beiden Seiten
Gute Versorgungsmöglichkeiten, Strom und Wasser am Pier, Tankstelle
Agathonisi
Nur 10 sm östlich von Lipsi oder 17 sm östlich von Patmos liegt die kleine Insel Agathonisi, früherer Name Gaidaros. Der „Haupthafen“, Ag. Georgiou 36° 26,8' N; 26° 57',6 E; Fl 2s 4M eignet sich bestens zum Übernachten. Auch wegen der Freundlichkeit der Bewohner ( ca 70), der Sauberkeit, der Atmosphäre im Dorf und in den Tavernen wird die kleine Insel gerne angelaufen.
Man kann in den Seitenbuchten der Hauptbucht Ag. Georgiou sowie vor dem Ort ankern oder aber an der Pier längsseits festmachen. Der vordere Bereich der Pier (gelb gekennzeichnet) ist dem Boot der Küstenwache vorbehalten. Auch wenn der Platz frei sein sollte, legen Sie sich nicht dort hin, das Küstenwachboot kann auch mitten in der Nacht kommen, dann müssen Sie verholen.
Am nächsten Tag führt der Weg weiter nordostwärts Richtung „kleine Samosstraße“ (Kusadasi – Straße), die griechische Insel Samos an Backbord, das türkische Festland an Steuerbord. Die kleine türkische Insel „Bayrak – Adasi“ trägt ein Leuchtfeuer und kann an beiden Seiten problemlos passiert werden.
Samos
Samos ist eine durch die beiden hohen Berge schon von weitem deutlich auszumachende Insel. An der Westküste (Phournoistraße) sowie Südküste können heftigste Fallböen auftreten. Wenn Sie von Norden kommend Samos westlich passieren möchten, reffen Sie rechtzeitig die Segel. Auch bei vorher ruhigem Wetter können hier von einer Sekunde auf die andere heftigste Fallböen von den Bergen herabfallen. Es hat sich bewährt, das Groß zu bergen und nur unter Genua weiterzufahren, da der Wind zusätzlich noch stark über N, NE und NW hin und her wechseln kann.
Diese Fallwinde können sich bis Agathonisi 20 sm weiter SE-lich mit entsprechendem Seegang fortsetzen. Von Süden kommend, empfiehlt sich die Kusadasi-Straße, also östlich zwischen Samos und türkischem Festland, da die Phournoi–Straße bei starken nördlichen Winden nahezu unpassierbar wird. Es treten hier zwar auch starke Fallböen auf, doch der Seegang ist gering.
Auf dem weiteren Weg nach Norden ist im Kusadasi–Golf meist wenig Wind zu erwarten. Ab der NE–Spitze von Samos bläst er in der Regel aus West, sodaß ein Anlieger zum Kap Doganbey möglich ist. Möchte man von dort nach Sigacik in die neue Marina (Eröffnung April 2010) kann man die letzten paar Meilen aufkreuzen oder unter Motor zurücklegen, da sich im Sigacik–Golf nur eine kleine Welle aufbaut.
Wer von Doganbey direkt nach Alacati fahren möchte, überquert den Sigacik–Golf bei wenig Welle meist sogar mit 60–70 Grad am Wind bis Kap Teke Burnu. Die restlichen 12 sm hat man den Wind zwar meist von vorn, wobei auch hier heftige Böen aus den Einschnitten kommen können; der Seegang hält sich aber dicht unter Land in Grenzen, sodaß man relativ bequem motoren oder bei entsprechend viel Zeit in kurzen Schlägen bis Alacati aufkreuzen kann. Auf diesem Weg bieten sich sowohl auf Samos als auch an der türkischen Küste mehrere reizvolle Stop–Over Möglichkeiten an. Etwa 15 sm nordöstlich von Agathonisi liegt an der Südost-Küste von Samos
Pithagoreion 37°41,3' N 26°57,2' E, Port of Entry
Pithagoreion verdankt seinen Namen dem berühmten Mathematiker Pythagoras, der hier lebte. Der Hafen ist absolut sicher. Werfen Sie den Anker auf ca. 3–4 m und gehen an den Kai. Gute Versorgungsmöglichkeiten und zahlreiche Cafes und Restaurants an der Wasserfront.
Alternative: Ankern vor dem Strand östlich der E–Mole auf 4 m über Sandgrund. Etwas östlich von Pithagoreion liegt
Samos Marina 37°41,3 N 26°57,2' E
Die Ansteuerung von Samos Marina ist problemlos. Sie können sich an den Windrädern orientieren. Peilen Sie das östliche an; es führt Sie direkt in die Marina.
Liegeplätze und Serviceleistungen einer modernen Marina (VHF 73).
Ankerbucht Posidonion 37°42,4' N 27°02,9' E
Ca. 5 sm weiter östlich liegt die sehr schöne und sichere Ankerbucht Posidonion an der Südostecke von Samos. Halten Sie beim Einsteuern etwas „Respektsabstand“ vom SW–Kap der Bucht, da hier Unterwasserklippen vorgelagert sind. Lassen Sie den Anker vor der Mitte des Strandes auf 5m fallen.
Die Bucht ist berühmt wegen ihrer vorzüglichen Fischrestaurant.
Alternative: 0,5 sm östlich um das Kap in die kleine, nach Westen einschneidende Bucht Sidera auf 6m
Kolpos Mourtias 37°44,5' N 27°02,6' E
Landschaftlich reizvolle golfartige Bucht mit mehreren schönen Ankerplätzen an der Ostküste von Samos.
1. Ormos Kervelis
Ankern auf 6–8 m; Tavernen am Strand
2. Kasonisis
Ankern im Südteil des Kanals zwischen dem Inselchen und Samos auf 8m über Sandgrund. Durchfahrt nach Norden ist nicht möglich.
3. Mourtias
Ankern Sie auf 5–6 m über Sand; türkises, klares Wasser, Straße nach Vathy, Hauptort von Samos.
Hat man das Nordost–Kap gerundet, liegt ca. 4sm weiter westlich der Haupthafen von Samos
Vathy 37°46,7' N; 26°56,3' E; Port of Entry
Samos Hafen ist in erster Linie Fährhafen. Dementsprechend laut und geschäftig geht es zu. Bei nördlichen Winden steht Schwell in den Hafen. Sollten Sie jedoch nicht nach Samos segeln wollen, können Sie auch entlang der türkischen Küste über Kusadasi, Doganbey, Sigacik und Sarpdere (Nergis) nach Alacati zurücksegeln.
Kusadasi verfügt über eine moderne Marina mit allen Serviceeinrichtungen. Auch sind von hier Ausflüge zu historischen Stätten, z.B. Ephesus, hervoragend möglich. In Sigacik wird z.Zt. eine neue Marina gebaut, die im April 2010 eröffnet werden soll.
Doganbey und Nergis habe ich in Törnvorschlag 4, Alacati–Kusadasi–Alacati, ausführlich beschrieben.
Egal ob Sie der Rückweg über Samos oder aber an der türkischen Küste entlangführt, beides sind lohnende Ziele und der Rückweg ist, was Wind und Entfernung betrifft, nahezu identisch.
Wir wünschen jedenfalls viel Spaß und gutes Gelingen, dem auch bei entsprechendem Heranziehen der einschlägigen Seekarten und Handbücher nichts im Wege stehen dürfte.
Entfernungen:
Alacati - Emporio 15 sm
Alacati - Phournoi 45 sm
Phournoi - Patmos 20 sm
Patmos - Agathonisi 17 sm
Agathonisi - Pithagoreion 15 sm
Pithagoreion - Nordostspitze von Samos 10 sm
Nordspitze Samos - Kap Doganbey 20 sm
Kap Doganbey - Teke Burnu 8 sm
Teke Burnu - Alacati 12 sm
Törnvorschlag 4 Alacati – Kusadasi – Alacati (nach oben)
Entfernungen: Alacati - Kusadasi 46 sm
Alacati - Sarpdere/Nergis 8 sm
Nergis - Kirkdilim Limani 5 sm
Kirkdilim - Demircili Limani 8 sm
Demircili - Sigacik Marina 5 sm
Sigacik - Körmen Adasi 8 sm
Körmen - Cam Limani 11 sm
Cam Limani - Kusadasi 11 sm
Dieser Törn kann sehr leicht auch von Familien mit Kindern bewältigt werden. Der Wind weht meist ablandig aus N – NW-lichen Richtungen, d.h. der Weg nach Kusadasi ist in 6 – 7 Stunden zu machen, doch bekanntlich ist ja der Weg das Ziel. Mein Vorschlag wäre, die Fahrt nach Süden in zwei Etappen zu absolvieren, nämlich am ersten Tag bei Körmen Adasi zu stoppen, am zweiten Tag bis Kusadasi weiterzusegeln und erst auf dem Rückweg die verschiedenen Ankerplätze bzw. Sigacik – Marina anzulaufen. Da der Wind meist ablandig weht, kann man gut bei wenig Welle aufkreuzen. Selbst im Sigacik – Golf entsteht kaum Seegang. Wer noch Zeit hat oder eine längere Strecke zurücklegen möchte, könnte sogar noch einen Abstecher bis Emporio auf Chios oder bis Cesme machen.(beides beschrieben in Törnvorschlag 1).
Nach Verlassen der Alacati – Bucht liegt 8 sm südöstlich
SarpdereLimani / Nergis 38° 10,3' N 26°30,6 E
Beide Ankerplätze (im Norden auf 5 – 6m, im Osten auf 2 – 3m) bieten guten Schutz vor dem Meltemi; im östlichen Einschnitt gut loten wegen geringer Wassertiefe.
Ich ziehe den Ankerplatz im Süden (Nergis Limani) gleich nach der Einfahrt nach Sarpdere Limani rechts um die Ecke den oben genannten vor. Ankern auf 5 – 7m über Sand frei schwojend. Auch die Fallböen sind schwächer als an den nördlichen Ankerplätzen.
Kirkdilim Limani 38°07,0' N 26°34,4' E
Eine tief nach Norden einschneidende Bucht gleich westlich von Kap Teke Burnu. Ankern Sie im Scheitel der Bucht auf 3 – 5m über Sandgrund. Guter Allround – Schutz; glasklares Wasser
Nach Runden von dem befeuerten Kap Teke Burnu Fl (3) 15s 38m 10M beginnt der Sigacik – Golf mit mehreren Ankerplätzen und der neuen Sigacik Marina (Eröffnung April 2010). Der Wind bläst meistens aus dem Golf heraus und es baut sich nur wenig Welle auf.
Gökkovar Limani 38°08,2' N 26°36,9' E
Ein tiefer Fjord ca. 2 sm nördlich von Kap Teke Burnu.Die Einfahrt ist frei von Gefahren, die Wassertiefe überall ok. Der Fjord gliedert sich in Nord- und Ostbucht. Ankern Sie in beiden auf 10 – 20m und bringen Siie eine Landleine aus. Nahezu Rundum – Schutz an beiden Plätzen. Achten Sie auf Fischfarmen.
Demircili Limani 38°12,3' N 26°40,8' E
In der NW – Ecke des Sigacik – Golfs gelegen. Achten Sie auf die vorgelagerten Inselchen und Klippen, die der Küste vorgelagert sind. Ankern auf 5 – 8m über Sand mit Seegras. Guter Schutz bei Meltemi.
Circa 5 sm östlich von Demircili Limani liegt
Sigacik Marina 38°11,8' N 26°46,9' E
Steuern Sie Sigacik nördlich der kleinen befeuerten Insel Esek Adasi an. Fl 10s 5M. Etwas Respektsabstand vor dessen NW – Ecke halten da Unterwasserriff vorgelagert ist.Versuchen Sie bitte nicht, die Insel süd- bzw. östlich zu passieren. Liegeplätze werden zugewiesen; Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt; gute Fischrestaurants am Hafen. Ausflugsmöglichkeiten nach Teos.
Körmen Adasi 38°01,8' N 26°52,2' E
Eine Bucht an der SW – Spitze von Kap Doganbey östlich der kleinen Insel Körmen. Ankern Sie auf 3m. Guter Schutz bei Meltemi. Heiße Quellen an der NE – Seite der Bucht-
Cam – Limani 38°00,3' N 27°04,6' E
Ungefähr 11 sm südöstlich von Körmen liegt Cam Limani östlich von Kap Sünger. Ankern auf 3 – 5m an der W – Seite der Bucht. Vorsicht an der E – Seite: Klippen und Unterwasserriff.
11 sm weiter südöstlich von Cam Limani liegt
Kusadasi 37°52,2' N 27°14,9' E
Kusadasi Setur Marina liegt am N – Ende der Stadt. Die Burg auf Güvercin Adasi und die Molen der Marina können leicht identifieziert werden.
Große Kreuzfahrtschiffe laufen Kusadasi regelmäßig an und liegen vor Anker oder an der Pier.
Die Liegeplätze werden vom Dingy – Service zugewiesen. Alle Versorgungsmöglichkeiten; Tankstelle, Schwimmbad. Sehr gute Restaurants aller Kategorien an der Wasserfront. Von Kusadasi Ausflüge z.B, nach Ephesus gut machbar.
Der Rückweg könnte Sie nun über die oben beschriebenen Ankerbuchten führen. Doch wie Sie Ihre Woche gestalten, liegt selbstverständlich bei Ihnen.
Ziehen Sie zur Ansteuerung der Ankerplätze die auf allen unseren Booten vorhandenen Törnführer sowie die einschlägigen Seekarten heran. Dann dürfte einem guten Gelingen dieses Törns nichts im Wege stehen.
Törnvorschlag 5 Turgutreis – Gökova Golf – Turgutreis (nach oben)
Hat man Turgutreis verlassen und Kap Hüseyin Burnu Fl (2) 15s 14M ( Vorsicht vor der Untiefe vor dem Kap, Einzelgefahren - Tonne an Stb passieren) bieten sich so viele Ankerbuchten und Liege - möglichkeiten in landschaftlich eindrucksvoller Kulisse, daß man gar nicht weiß, welche man im Einzelnen besonders empfehlen soll. Dies hängt ja auch sehr vom individuellen Geschmack ab.
Da der Wind meist von West in den Golf hineinbläst, würde ich am ersten Tag, Bodrum links liegen lassend (auf dem Rückweg anlaufen), bis zur Insel Orak segeln und dort an einem der unten beschriebenen Ankerplätze übernachten. Am 2. Tag dann vorbei am über 100m hohen Schornstein vom Kraftwerk Ören bis Akbük am NE . Ende des Golfs; einem meiner Lieblingsplätze. Akbük wird nur von wenigen Seglern angelaufen; glasklares Wasser in atemberaubender
Umgebung.
Von Akbük könnte die Fahrt dann über den Gökova – Golf nach Karaca – Sögüt führen oder nach English Harbour mit dem Kleopatrastrand. Von beiden Buchten geht es am 4. Tag wieder zurück an die Nordseite des Golfs bis Cökertme, einer Bucht mit Restaurantstegen, aber auch Ankermöglichkeiten. Dies wäre dann ein Am – Wind Kurs, doch ein Anlieger müsste möglich sein.
Von Cökertme müssten Sie nach Bodrum aufkreuzen. Man kann sich das Leben erleichtern, indem man bis Karaada kreuzt und dann durch den Kanal zwischen Insel und Festland nach Bodrum Milta Marina 37°01,9' N 27°25,5' E motort. Dies ist problemlos möglich. Andererseits dürfte es auch keine Schwierigkeiten bereiten, bis Bodrum aufzukreuzen.
Bodrum, das antika Halikarnassos des Königs Mausolos, ist das historische Highlight des Törns.
Das Kreuzritterkastell St. Peter beherbergt das archäologische Unterwassermuseum mit den ältesten
Schiffswracks der Welt. Die Kreuzritter wurden im 16. Jahrhundert von dem türkischen Sultan
Süleyman der Prächtige, der auch Rhodos erobert hatte, aus Bodrum vertrieben.
Heute ist Bodrum eine boomende Touristenstadt sowohl für Ausländer als auch für die
wohlhabenden Türken aus Istanbul und Izmir. Restaurants und Bars säumen die Wasserfront.
Geschäfte aller Preisklassen, meist aber im gehobenen Segment.
Vom Busbahnhof fahren Busse in alle Richtungen der Türkei; Minibusse nach Turgutreis alle 30min
.
Die Milta – Marina Bodrum (VHF Ch. 73) bietet alle Annehmlichkeiten und
Versorgungsmöglichkeiten z.B. Schwimmbad, Supermarkt, Laundry, Einkaufsmeile, Internet, Tankstelle, mehrere Restaurants und Bars u.v.m. Während der Woche, wenn die Charterboote die Marina verlassen haben, dürfte es keine Probleme geben einen Liegeplatz zu bekommen. Rufen Sie Milta Marina auf Ch 73 und lassen Sie sich vom Pilot – Boot beim Anlegen helfen.
Sollten Sie diesem Trubel lieber aus dem Weg gehen wollen, können Sie auch westlich von Bodrum nach Bitez oder Gümbet ausweichen und die Nacht vor Anker verbringen. Am Ufer gibt es jedenfalls Restaurants und Minibus bzw. Taxis nach Bodrum. Am nächsten Tag geht es dann zurück nach Turgutreis, wo Sie gegen 17.00 Uhr von unserem Basisleiter erwartet werden.
Ankerbuchten im Gökova – Golf
Bitez 37°01,6' N 27°22,7' E
Ankern Sie im E – Teil der Bucht ausserhalb des Schwimmerbereichs auf 5 – 7m über Sand und
Seegras; gut haltend; viele Windsurfer, Jollen und Motorboote; nachts Discobetrieb
Aquarium 36°59,8' N 27°22,7' E
Zwischen Ada Burun und SE – Seite von dem Inselchen Görecik. Ankern Sie auf 8 – 9m mit langer
Leine nach Ada Burun. Glasklares Wasser und Fische wie in einem Aquarium.
Gümbet 37°01,7 N 27°23,9' E
Unmittelbar östlich von Bitez gelegen; Ankern im Scheitel der Bucht auf 5 – 10m über Sand und
Schlick; guter Schutz bei Meltemi; Restaurants am Strand; Dolmus und Taxis nach Bodrum;
Orak Adasi 36°58,7' N 27°34,4' E
Westlicher Ankerplatz (Pabuc) in 5 – 10m vor dem Strand mit langer Leine an Land; NW – licher Ankerplatz im Einschnitt nordwestlich der Durchfahrt (Kargicik Bükü) auf 5 – 6m;
Im Osten der Insel Orak in der nach Westen einschneidenden Bucht, Vorsicht vor dem Riff
Cökertme 36°59,9' N 27°47,5' E
Gehen Sie an einen der Restaurantstege mit Moorings. Die Restaurantbetreiber erwarten jedoch,
daß man zum Essen kommt, oder zumindest etwas trinkt, da das Liegen sowie Wasser und Strom kostenlos ist.
Sie können auch im W – Teil der Bucht ankern mit langer Leine zum Ufer;
Akbük Limani 37°01,8' N 28°07,0' E
Ca. 6 sm östlich von Ören (hoher Schornstein auffälig) liegt Akbük, eine kleine Halbinsel unterhalb
der hohen Berge. Ankern Sie im westlichen Teil der Bucht mit Leine zum Land oder gehen Sie an
einen der Stege mit Mooringleine. Kleine Restaurants am Ufer in beeindruckender Umgebung.
Karaca Sögüt 36°56,9' N 28°11,4' E
Große Bucht südlich der Insel Karaca, die leicht auszumachen ist. Sie sollten schon wegen der grandiosen Aussicht zwischen Insel und Festland durchfahren. Die Bucht ist ein wunderbarer, landschaftlich idyllischer Platz mit nahezu Allround – Schutz. Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten vorhanden sowie einige Restaurants. Dolmus nach Marmaris.
Liegemöglichkeiten:
a) Sögüt Ort (mittlere Stege)
Ankern auf 10 – 20m und rückwärts an den Steg
b) Marti Marina Pier (östlicher Steg) VHF Ch. 73
rückwärts an den Steg mit Mooringleinen
c) Gökova Yacht – Club (NW – licher Steg)
rückwärts an den Steg mit Mooringleinen
Degirmen Bükü (English Harbour) 36°56,2' N 28°09,4' E
Degirmen Bükü ist eine tief nach Süden in das Land einschneidende Bucht mit mehreren
geschützten Ankerplätzen umgeben von Wäldern.
Liegemöglichkeiten:
a) an der Ostseite von Degirmen Bükü in die nach NE einschneidende Bucht;
bestens geschützte Ankerplätze bzw. Liegeplätze an Restaurantstegen, an denen Moorings
ausliegen. Ankern nördlich der Stege auf 12m; an den Stegen gute Versorgungsmöglichkeiten
sowie Wasser und Strom (Restaurantbesuch wird erwartet)
b) Canak Limani oder English Harbour
in der im W -Teil nach Norden einschneidenden Bucht auf 8m über Sand und Schlick. Gut geschützt und sehr ruhig. Es gibt noch viele weitere landschaftlich traumhafte Ankerplätze im Gökova – Golf. Nur wenige Meilen weiter westwärts in die yedi adalari, die sieben Inseln, die eigentlich nur vier sind, oder weiter Richtung Knidos. Doch um diese alle aufzusuchen, ist eine Woche viel zu kurz. Ich wollte hier nur einige Anregungen geben. Wie Sie Ihren Törn gestalten, steht Ihnen selbstverständlich frei. Denken Sie jedoch daran, rechtzeitig nach Westen aufzubrechen, da der Meltemi recht stark in den Gökova Golf hineinblasen kann und Sie ja rechtzeitig in Turgutreis zurück sein möchten. Eine gute
Möglichkeit ist, die morgendliche Flaute zu nutzen um unter Maschine Meilen gutzumachen, bevor gegen Mittag der Meltemi einsetzt und Aufkreuzen angesagt ist.
Wir wünschen jedenfalls viel Vergnügen und gutes Gelingen.
Entfernungen:
Turgutreis – Orak: 18 sm
Orak – Akbük: 25 sm
Akbük - Karaca Sögüt: 8 sm
Karaca Sögüt – Degirmen: 5 sm
Karaca Sögüt – Cökertme: 19 sm
Cökertme – Bodrum: 19 sm
Bodrum – Turgutreis: 13 sm
Törnvorschlag 6 Turgutreis – Ova Bükü – Bozburun – Orhaniye – (Kuruca) – Koca Bahce – Palamut - Turgutreis (nach oben)
Von Turgutreis geht es südwärts mit den Inselchen an Steuerbord vorbei am Kap Hüseyin Burnu zur NE – Spitze von Kos (Akra Fouka). Am Kap Hüseyin Burnu lassen Sie die Einzelgefahrenstelle an Backbord liegen und laufen nach dem Passieren ca. 130° 7,5 sm weiter zum NE – Kap von Kos. Danach fahren Sie 11 sm weiter südwärts zum Kap Knidos, dem westlichsten Kap der Datca – Halbinsel. Diese Strecke ist mit Halb- bzw. Raumwind schnell zurückzulegen.Folgen Sie nun der Küste 7 sm. Sobald Sie die Insel vor Palamut südlich passiert haben, segeln Sie noch 3 sm mit 65° Grad zum Kap Adatepe. Passieren Sie das Kap an Steuerbord. Nach ca 1 sm sind Sie in der Bucht Ova Büku oder Ogün's Place. Dann können Sie den Anleger und die Gebäude an Land erkennen. Vor dem T – Steg den Anker werfen und rückwärts an den Steg. Strom / Wasser am Steg; Laundry und Restaurants an Land. Sollten Sie etwas brauchen, wenden Sie sich an Ogün; er kann bei allem behilflich sein. Eine Liegegebühr von ca. 30 YTL wird von der Gemeinde erhoben. Am nächsten Tag Weiterfahrt nach Osten, nördlich an der griechischen Insel Symi vorbei, in denYesilova Körfezi nach Bozburun. Passieren Sie die Insel Kizil Adasi im Süden und laufen dann N – wärts nach Bozburun. Die kleine Insel vor dem Hafen kann an beiden Seiten passiert werden.
Die Hafeneinfahrt ist befeuert.(r/gr). Die Ansteuerung bereitet auch in der Nacht keine Probleme. Im Hafen können Sie entweder am Nordkai längseits gehen oder an den W – bzw. E – Kai rückwärts vor Buganker.
Bozburun ist ein netter, beschaulicher Ort mir zahlreichen Restaurants und Cafes am Hafen. Im Cay – Bahcesi oder Biergarten an der NW – Ecke des Hafens sitzt man sehr schön unter schattigen Bäumen. Sehr gut und preiswert isst man im Restaurant Aquarium auf der Terrasse, von wo man einen wunderschönen Blick über die Bucht geniessen kann.
Desweiteren gibt es hier im Aquariumsehr gute Duschen und Toiletten sowie eine Wäscherei. Gute Versorgungsmöglichkeiten (speziell Obst und Gemüse), Geldautomat, PTO, Apotheke, Segelmacher und Yachtausrüster. Täglich fahren Busse nach Marmaris; auch ist ein Moschee – Besuch möglich. Brechen Sie am folgenden Tag nicht zu früh auf; der Wind setzt erst gegen Mittag ein. Bis Kap Atabol sind es von der Südspitze von Kizil Adasi zwar nur 5 sm, doch diese müssen Sie aufkreuzen. Achten Sie auf die sehr gefährliche Untiefe ca. 0,3 sm südwestlich des Kaps. Sie ist zwar durch eine Einzelgefahren – Tonne markiert, doch Winterstürme können diese losreissen. Zwischen Kap Atabol und dieser Untiefe ist die Durchfahrt problemlos möglich.
Nach Runden des Kaps geht es raumschots ca. 11 sm weiter ostwärts nach Orhaniye, auch Keci Bükü, Ziegenbucht, genannt. Lassen Sie die Inseln an Steuerbord liegen, da zwischen diesen der Wind oft dreht oder sogar ausbleibt. Herrscht dagegen Flaute, können Sie zwischen den Inseln hindurchmotoren; landschaftlich sehr reizvoll. Vom Robinson Club (an Backbord liegenlassen) geht es noch 3,5 sm weiter mit 65° Grad, dann ist die Einfahrt zur Keci Bükü Bucht erreicht.
Die Bucht erstreckt sich ungefähr 1,3 sm nach Südost. Gleich nach der Einfahrt links befindet sich die Marti Marina mit allen Versorgungsmöglichkeiten und Einrichtungen einer modernen Marina, wie z.B. Laundry, Supermarkt, Schwimmbad, Tankstelle und Restaurant; gleich am Marina (Fussgänger)ausgang Dolmus nach Marmaris. Im Scheitel der Bucht mehrere Restaurantstege mit Mooringleinen und Strom / Wasser. Lassen Sie das kleine Inselchen an Steuerbord liegen und achten Sie auf die Sandbank im Südosten der Bucht.
Restaurantstege von Ost nach West:
Palmiye Hotel:
Weit in die Bucht hineinragender T-Steg; das Restaurant/Hotel befindet sich auf der
anderen Strassenseite; Schwimmbad, Toiletten, Duschen
Kadir Restaurant:
Erster Restaurantsteg in Keci Bükü; Restaurant direkt am Wasser; DU/WC
Iskele Restaurant:
Man sitzt auf einer Terrasse direkt am Wasser; jedoch wirkt das Restaurantgebäude etwas
bahnhofshallenmässig. Dazugehörig ein kleines Hotel mit Swimmingpool; DU/WC
Ersoy Restaurant
Bükh Restaurant
war in den letzten Jahren Sun Sail Flottillenbasis
Keci Bükü jedenfalls liegt sehr geschützt in landschaftlich grandioser Umgebung. Abends, sobald die Sonne hinter den Bergen verschwunden ist, hat man das Gefühl, an einem See in den schweizer Bergen zu sitzen.
Auch Ankern ist gut möglich im Westteil der Bucht oder auch vor den Stegen. Am folgenden Tag wären es nur 7 sm bis Koca Bahce, zu deutsch großartiger Garten, auch Thymianbucht genannt. Bei Regen im Frühjahr bzw. Herbst riecht die ganze Bucht nach Thymian. Man könnte sich nun einen „Lazy day“ gönnen, sofort zwischen den Inseln durchmotoren und dort in glasklarem Wasser schwimmen, tauchen oder einfach nur relaxen oder aber
man kreuzt auf. Mein Vorschlag aber wäre, bis nach Kuruca, einer Bucht 13 sm westlich an der Nordseite des Hisarönü Golfs gelegen, aufzukreuzen, dort unter Segel in die Bucht einzulaufen und im Scheitel der Bucht auf 5 – 7m über Sandgrund zu ankern. Verbringen Sie doch den Nachmittag vor Anker bei Mittagessen und Baden bevor Sie dann am Spätnachmittag ankerauf gehen. Laufen Sie nur unter Genua aus und segeln Sie mit der Sonne im Rücken die 7 sm nach Koca Bahce.
Im Gegenlicht der langsam hinter den Bergen verschwindenden Sonne wirkt die Umgegend und das silbrig glänzende Wasser wie aus einem Kitschfoto entsprungen. Sie können zwischen den Inseln hindurchsegeln, wo Sie möchten; die Wassertiefen sind überall ausreichend. Am Steg liegen Moorngleinen aus, zum Ankern ist die Bucht zu tief. Man könnte auch an eine der Mooringbojen gehen. Koca Bahce ist eine meiner absoluten Lieblingsbuchten. Wegen der von mit Thymian und Salbei bewachsenen Hügeln, glasklarem Wasser, wunderschönem, gepflegtem Garten hinter dem Restaurant, neuen sauberen Toiletten, Ziegen auf den benachbarten Grundstücken und in den Bergen erfreut sich die Bucht immer grösserer Beliebtheit.
Das Essen, besonders die Vorspeisen sind ganz hervorragend. Nicht ohne Grund hat Mehmet, der Chef, sein Restaurant „Sailors Paradise“ genannt. Auf dem weiteren Rückweg bietet sich der kleine Hafen von Palamut an, 7 sm östlich von Kap Knidos. Diese 25 sm müssten Sie gegen den Wind aufkreuzen. Es empfiehlt sich deshalb, nicht zu spät auszulaufen, um einige Meilen unter Maschine gutmachen zu können bevor der Wind gegen Mittag einsetzt.
Vor Palamut liegt eine Insel, die leicht auszumachen ist und auf allen Seiten passiert werden kann.
Ausserdem ist der weisse Sandstrand östlich des Hafens auffällig. Eine Nachtansteuerung ist nicht ratsam, da die Hafeneinfahrt nicht befeuert ist. Fahren Sie langsam in den Hafen ein. Die Wassertiefe beträgt in der Einfahrt nur ca. 2,30 Meter; im Hafenbecken 3 Meter. Der beste Platz ist gleich nach der Einfahrt an der N – Mole aussen. Stecken Sie möglichst viel Kette, da Fallböen auftreten können. Wasser und Strom am Kai; eine kleine Gebühr wird von der Gemeinde erhoben. Restaurants am Hafen gleich rechts vom Minimarket.
Palamut ist ein verschlafener kleiner Ort, den ich sehr gerne anlaufe; nicht so rauh, wie im 7 sm westlich gelegenen Knidos. Es fahren Taxis und Dolmus dorthin, um die Ruinen von Knidos trotzdem besichtigen zu können.
Am nächsten Tag sollten Sie Kap Knidos vor 10.00 Uhr runden, bevor der Meltemi einsetzt. Er kann hier sehr heftig blasen, sodass man sich schwer tut, das Kap zu runden. Gegen 17 Uhr werden Sie dann von unserem Personal in der Tugutreis Marina zurück erwartet.
Verwenden Sie zur Durchführung Ihres Segeltörns bitte alle an Bord befindlichen Hilfsmittel, wie Chartplotter, Seekarten und Hafenhandbücher (Horn/Hoop; Heikell). MeineTörnvorschläge sollen Ihnen lediglich Anregungen liefern bei der Auswahl Ihrer Ziele; sie entbehren trotz aller Sorgfältigkeit beim Schreiben jeglichen Anspruchs auf absoluter Korrektheit.
Einen schönen Urlaub und gutes Gelingen wünscht Ihnen Ihre Charterbasis – Crew.
Leuchtfeuer:
Hüseyin Burnu Fl (3) 10s 8 M
Kos Nord Fl r 4s 4 M
Kos NE Fl wr (3) 15s 6 M
Kos Ay Foukas Fl 4s 6 M
Kap Knidos Fl (2) 10s 14 M
Ince Burnu Fl (3) 15s 8 M
Symi Nord Fl 4s 6 M
Kap Atabol Fl (2) 5s 6 M
Entfernungsangaben:
Turgutreis - Ogüns Place / Ova Bükü 33 sm
Ova Bükü - Bozburun 26 sm
Bozburun - Keci Bükü / Orhaniye 18 sm
Orhaniye - Koca Bahce 7 sm
Orhaniye - Kuruca / Ciftlik Limani 13 sm
Kuruca - Koca Bahce 7 sm
Koca Bahce - Palamut 25 sm
Palamut - Turgutreis Marina 30 sm
Positionsangaben:
Einzelgefahrenstelle Hüseyin Burnu 36°57,8' N 27°15,5' E
Ansteuerung Palamut 36°40,1' N 27°30,3' E
Ova Bükü 36°40,9' N 27°34,4' E
Ansteuerung südl. Kizil Adasi 36°38,9' N 28°02,4' E
Bozburun Hafeneinfahrt 36°41,4' N 28°02,6' E
Kuruca / Ciftlik Limani 36°44,7' N 27°52,8' E
Koca Bahce Ansteuerung 36°42,4' N 28°00,5' E
Keci Bükü Ansteuerung 36°46,7' N 28°07,0' E
Einzelgefahrenstelle Kap Atabol 36°40,4' N 27°57,5' E
Törnvorschlag 7 Turgutreis – südgriechische Inseln (Nisiros, Tilos, Symi)–Turgutreis (nach oben)
Turgutreis – Nisiros 28 sm
Von Turgutreis Marina führt Sie die erste Strecke bis Kos Ostseite, nämlich Kap Akra Fouka, wie bereits in Törnvorschlag 6 beschrieben. Luven Sie dann auf ca 212° an.
Bis Nisiros Paloi Hafen sind es noch 17 sm, höchstwahrscheinlich am Wind, doch in der Abdeckung von Kos dürften sich die Wellen in Grenzen halten.
Nisiros ist eine Vulkaninsel mit noch aktivem Krater, in den man hineinlaufen kann. Die Insel ist im Frühjahr das reinste Blütenmeer (kaum zu glauben bei Vulkaninsel). Auch sonst ist Nisiros eine grüne Insel.
Die Insel verfügt über zwei Häfen, von denen für uns Segler lediglich der östliche, Paloi, interessant ist. Paloi – Hafen wurde erst kürzlich umgebaut; die Einfahrt wurde von Nord auf Ost verlegt. (Hoffentlich schützt das mehr gegen die Versandung). Die Wassertiefen betragen 2,50 bis 3 Meter. Früher konnte man nur an der Nordmole liegen, jetzt auch gegenüber sehr gut möglich, jedoch immer noch mit Anker, keine Mooringleinen.
Das Personal ist überaus freundlich, nimmt die Achterleinen entgegen und öffnet Strom und Wasser, falls gewünscht. Das Liegen ist umsonst, Wasser und Strom jeweils 5 €. Mietwagen oder Motorroller sind am Hafen erhältlich, um zum Vulkan hinaufzufahren; zu Fuss etwas beschwerlich. Gute Tavernen an der Wasserfront. Ein kleiner Minimarkt, aber wirklich nur fürs allernötigste. Nördlich von Paloi liegt die Bimsstein – Insel Yali. Unterhalb des Wespentailleneinschnitts kann man gut geschützt vor dem Meltemi ankern. Vor der Verlegung der Hafeneinfahrt von Paloi stand bei starkem Nordwind Schwell in den Hafen. Da empfahl es sich, nach Yali auszuweichen. Dies dürfte jetzt der Vergangenheit angehören.
Nisiros – Tilos 17 sm
Von Nisiros geht es südostwärts nach Tilos in den Ormos Livadia. Tilos wirkt auf den ersten Blick schroff und unwirtlich, doch einmal im Hafen angekommen, versprüht die Insel ihren eigenen, besonderen Charme. Es verirren sich nur wenige Segler hierher, vielleicht weil in älteren Törnführern die Bucht bzw. der Hafen von Livadia als etwas windig beschrieben wurden.
Seit 2008 gibt es im Hafen Mooringleinen; die „Hafenmeisterin“ ist beim Anlegen behilflich
und gibt Ihnen Wasser und Strom, was gesondert bei Ihr bezahlt werden muss. Die Hafengebühr (niedrig) ist bei der Hafenpolice zu entrichten.
Die Versorgungsmöglichkeiten sind auf Tilos relativ gut. Nette Tavernen gibt es im kleinen Ort, aber auch am Hafen. Fähren nach Rhodos, Kos und anderen griechischen Inseln.
Tilos – Symi (Klosterbucht Panormitis) 24 sm
Die Insel Symi ist die kahlste Insel im Dodekanes. Trozdem wird sie als die Perle des Dodekanes bezeichneit. 365 Kirchen soll es hier geben. Vor der Nordküste liegt die kleine Insel Nimos, durch eine schmale, aber 3 – 4m tiefe Fahrrinne von Symi getrennt. Ein tiefer Kanal trennt die Insel Seskli von Symi's Südkap. Von Tilos kommend, erreichen Sie bei einem Kurs von 70° Grad nach circa 24 sm
Ormos Panormitis, im Südwesten von Symi. Die Bucht ist ein fast gänzlich geschlossener Naturhafen, der sicherste Liegeplatz der ganzen Insel bei allen Winden. An der Südseite liegt das Kloster Panormitis. Am besten ankert man im Nordostteil der Bucht auf 5 – 6m über Schlickgrund. Tavernen an Land und Bäckerei im Kloster.
Panormitis – Symi Stadthafen 11 sm
Von Panormitis können Sie problemlos durch den Kanal zwischen Symi und dem Inselchen Seskli hindurchfahren. Nach der Passage geht es mit Nordkurs vorbei an mehreren Einschnitten bis zum Kap Koutsoumba, der südlichen Begrenzung der äusseren Symi – Hafen – Bucht. Von hier sind es noch 2 sm bei 235° Grad bis zur Hafeneinfahrt.
Im Hafen wird Ihnen unter lautem Trillerpfeifen ein Liegeplatz zugewiesen. (Rechts oder links am Kai vor Anker). Stecken Sie möglichst viel Kette und vergewissern Sie sich, dass der Anker hält. Das Hafenbecken ist sehr tief, in der Mitte eine richtige Mulde, auch können starke Seitenwinde auftreten, der Schwell der Fähren tut ein Übriges, dass der Anker schlecht hält. Kommen Sie nicht zu spät; im Sommer kann es ganz schön eng werden. Spätankommer, die einem den mühevoll eingegrabenen Anker wieder herausreissen, sind auch keine Seltenheit.
Trotzdem ist Symi Stadt ein lohnendes Ziel. Die pastellfarbenen Häuser, liebevoll restauriert, schmiegen sich in mehreren Etagen um die ganze Hafenbucht. Ein Ausflug die 500 Stufen hinauf zum Kloster wird mit einem grandiosen Ausblick belohnt.Viele Tavernen und Geschäfte an der Wasserfront. Bank, Dieseltankstelle am Südeingang des Hafens.
Wer diesen Trubel vermeiden möchte, kann in der südlich der Symi Bucht gelegenen Ankerbucht Pedi vor Anker übernachten und mit dem Bus nach Symi Stadt hinüberfahren. Auch hier in Pedi sollten Sie den Anker gut eingraben, da heftige Fallböen auftreten können.
Sollten Sie sehr früh dran sein und noch nicht in der grössten Mittagshitze nach Symi Stadt einlaufen wollen, könnten Sie einen Badestopp in der kleinen Ankerbucht Agia Marina, zwischen Pedi – Bucht und Symi – Bucht gelegen, einlegen. Dem Ankerplatz ist die kleine Insel Agia Marina vorgelagert. Steuern Sie den Ankerplatz von Süden an und ankern Sie auf 4 – 5m über Sand in glasklarem Wasser; die nördliche Durchfahrt weist nur 1,5m Wassertiefe auf.
Symi – Palamut 18 sm; Palamut – Turgutreis 30 sm
Wenn Sie Symi am nächsten Morgen verlassen, können Sie den Weg westwärts durch die Durchfahrt zwischen Symi – Nordkap und der Insel Nimos um ca. 4 sm abkürzen. Der Kanal ist zwar sehr schmal, aber in der Mitte 4m tief. Ein Crewmitglied sollte am Bug stehen, um eventuelle Steine ausmachen zu können; das Wasser ist glasklar.
Die Strecke nach Palamut, Palamut – Hafen sowie den Rückweg nach Turgutreis habe ich in Törnvorschlag 6 bereits ausführlich beschrieben.
Als Alternative zu Palamut könnten Sie nach Knidos – Bucht 6 sm weiter westwärts segeln. Es wurde ein neuer Restaurantjetty gebaut, an den man längsseits geht. Eine Liegegebühr wird von der Gemeinde erhoben. Ankern kann man im Scheitel der Bucht auf 5 – 10m über dick mit Kraut bewachsenem Sand. Die Bucht ist zwar vor Seegang geschützt, doch hier können sehr heftige Fallböen auftreten. Geschmacksache.
Wie ich schon bei den vorherigen Törnfvorschlägen erwähnt habe, ziehen Sie zur Navigation immer die an Bord befindlichen Hilfsmittel heran. Alle unsere Boote sind mit Chartplotter ausgerüstet. Desweiteren finden Sie alle einschlägigen Seekarten und Törnführer (Horn/Hoop, Heikell, Radspieler) an Bord.
Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel wünscht Ihnen Ihre Basiscrew.
Positionsangaben:
Nisiros: Ansteuerung Hafen Paloi 36°37,2' N 27°10,3' E
Tilos: Ansteuerung Livadia Hafen 36°25,2' N 27°23,3' E
Symi: Ansteuerung Panormitis 36°33,1' N 27°50,5' E
Durchfahrt Symi Süd – Seskli 36°31,9' N 27°50,5' E
Einfahrt Pedi – Bucht 36°37,2' N 27°52,7' E
Ankerplatz Agia Marina 36°37,4' N 27°52,2' E
Einfahrt Symi Stadt – Bucht 36°38,4' N 27°52,3' E
Symi Stadthafen 36°37,5' N 27°49,5' E
Durchfahrt Symi Nord – Nimou 36°38,6' N 27°50,2' E
Leuchtfeuer:
Nisiros: Akra Palos Fl (2) 9s 6M
Symi: Nisos Marmara (W-Inselchen) Fl 3s 5M
Einfahrt Pedi Fl 6s 4M
Koutsoumba (Symi – Bucht) Fl 3s 5M
Nord Nimou Fl 4s 6M
Törnvorschlag 8 Alacati (Turgutreis)– Santorin – Alacati (Turgutreis) 2 Wochen (nach oben)
1. Tag: Alacati – Chios Hafen 38°22,3' N 26°08,6' E 15 sm
Nach dem Verlassen der Marina Alacati fahren Sie am besten bis zur weißen Tonne (Kurs ca. 120°) und nehmen dann Kurs auf die Ausfahrt der Alacati-Bucht. Achten Sie dabei auf die Sandbank vor dem Hotel und die vielen Surfer.
Bei nördlichen Winden kreuzen Sie bis Chios-Hafen auf. Man kann die beiden kleinen Inseln (die westl. mit Leutfeuer Fl.(5s) 42m 10M) auf allen Seiten gefahrlos passieren. Näher an Chios ist die Hafenmole mit den Leuchtfeuern gut auszumachen. Bei südl. Winden hingegen ist direktes Ansteuern möglich.
Wollen Sie nur kurz zum Einklarieren anlegen, können Sie im südl. Teil des Hafenbeckens längsseits gehen. Der nördl. ist Fähren und Kreuzfahrtschiffen vorbehalten. Das Hafenamt (weißes Gebäude) befindet sich im nördl. Teil links vom Fährterminal. In diesem Zoll u. Passportpolice. Zum Bezahlen muss man um das ganze Hafenbecken herumlaufen und mit den gestempelten Papieren wieder zum Hafenamt zurückkehren.
Wenn Sie einen längeren Aufenthalt wünschen, legen Sie Ihr Schiff im südöstl. Teil des Hafens an den für Segelschiffe vorgesehenen Bereich vor Buganker an die Pier.
Zum Übernachten eignet sich dann die 15 sm weiter südlich gelegene Ankerbucht von Emporio (38°10,2' N 26°01,8'E) vorzüglich für die etwas längere Strecke am nächsten Tag nach Patmos.
An der Betonpier sind nur Wassertiefen von 1,40 m bis 1,90 m. Ankern Sie lieber frei schwojend über 4-5 m Sandgrund. Guter Schutz bei nördl. Winden. Empfehlenswerte Taverne „Bei Maria“.
2. Tag: Emporio – Patmos 62 sm
Die Strecke von 62 sm mag etwas lang erscheinen, doch bei den vorherrschenden Windstärken aus nördlichen Richtungen dürfte dies ein schöner, schneller Raumschots – Trip werden.
Patmos ist eine gebirgige Insel mit einigen hübschen Ankerbuchten nördlich und südlich des Hauptortes Skala Patmou an der Ostseite der „Wespentaille“ der Insel. In prähistorischer Zeit bewohnten die Karier die Insel, später die Dorer und Ionier. Es wird überliefert, daß Orest hier Zuflucht fand nach dem Sühnemord an seiner Mutter. Es soll auch eine Akropolis sowie Tempel von Apollo und Dionysos gegeben haben. Die Schutzgöttin von Patmos war Artemis, deren Tempel sich bei der Chora befunden haben soll. Auf dessen Ruinen baute der Hl. Johannes der Theologe die Basilika nachdem er 96 n.Ch. in einer Höhle die Offenbarung der Apokalypse gehabt hat. 1000 Jahre später wurde hier das Kloster St. Christodoulos errichtet, das heutige Wahrzeichen von Patmos.
Skala Patmou - Haupthafen 37°19,6' N 26°33,7' E (Anst.)
kann man bei Tag und Nacht anlaufen. Die Inselchen und Untiefen kann man bei Tag gut erkennen. Nachts bleiben Sie in den weissen Sektoren der Leuchtfeuer um sich gut freizuhalten. Gehen Sie vor Buganker an den Yachtkai. (viel Kette stecken wegen seitlichen Fallböen). Patmos ist Port of Entry, wo Sie einklarieren können, falls Sie dies noch nicht getan haben. Gute Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten sowie Tavernen und Cafes.
Buchten nördlich Skala Patmou
1. Ormos Aspris
Ankern Sie auf 5 – 7 m über Sandgrund vor dem Strand
2. Ormos Melogi
Ankern Sie auf 8 – 10m über groben Sand in der Mitte der Bucht. Tavernen am Strand
3. Ormos Agria Livadia
ankern auf 5 – 7m gut haltendem Grund; bei der nördlichen Ausfahrt gut mittig halten, dann keine Probleme beim Durchfahren.
4. Ormos Kampos
Ankern Sie im N – Teil der Bucht auf 4 – 5m über grobem Sand. Tavernen am Strand
Bucht südlich Skala Patmou: Ormos Grikou 37°17,9' N 26°34,2' E
Die Bucht bietet guten Schutz; die Durchfahrt zwischen der kleinen Insel und Patmos ist problemlos.
Patmos ist eine Reise wert; sowohl in kultureller und kulinarischer Hinsicht als auch was sportliche Aktivitäten angeht. Die Insel bietet Interessantes für jede Altersklasse und jeden Geschmack.
3.Tag: Patmos – Amorgos, Hafen 36° 50,2' N 25° 50,3' E 51 sm
Von Patmos geht’s dann weiter mit schon fast Halbwindkurs nach Amorgos. Der Hafen Katapoula liegt ca 2 sm östlich des oben angegebenen Wegepunkts, Ak Ay Ilias mit Leuchtfeuer Fl (2) 16s 6M. Bei starkem Meltemi steht an der Westseite von Amorgos sehr viel Schwell. Im Hafen können Sie vor Anker an den Kai gehen oder frei schwojend in der Bucht ankern. Sollten Sie an den Kai gehen, bringen Sie viel Kette nach Luv aus (NW-lich), auch wenn es abends windstill sein sollte. Am nächsten Morgen kommen heftigste Fallböen, doch mit langer Kette in Windrichtung kein Problem.
Katapoula ist landschaftlich wunderschön gelegen. Einkaufsmöglichkeiten und nette Tavernen an der Wasserfront. Von hier liess ich mir bei meinem letzten Besuch im August 2009 von der sehr netten Hafenmeisterin einen Liegeplatz in der „Marina“ auf Santorin reservieren. Sie kann Ihnen auch die Telefonnummer des Hafenamts in Santorin geben, die ich leider nicht mehr habe. Sorry.
Mit dem Ablegen am nächsten Tag können Sie sich ruhig Zeit lassen. Der stetige Meltemi gerade im Sommer verspricht eine flotte Überfahrt die rund 40 sm mit Raumschotskurs.
4.Tag: Amorgos – Santorin, Vlichada Marina 36° 20,3' N 25° 25,5' E 41 sm
Nach Verlassen der Bucht von Katapoula geht es noch 6 sm westwärts am Wind nördlich an der kleinen Insel Gramvoussa 36°49,4' N 25° 44,7' E, Fl 1,5s 5M vorbei, bevor man Richtung Santorin auf Kurs 200° Grad abfallen kann. Nach weiteren 35 sm raumschots ist das Ziel erreicht.
Santorin ist für mich das absolute Highlight unter den Inseln der Ägaeis. Einmal auf eigenem Kiel oder mit einer Charteryacht durch die Chaldera (Krater) fahren, das hat was. Der Ausblick auf Thira – Stadt, hoch oben auf den steil abfallenden Felsen gelegen, ist einfach grandios. Versuchen Sie aber nicht, hier im Krater einen Ankerplatz zu suchen oder unterhalb der Stadt zu liegen. Es ist sehr, sehr tief und die ein- und auslaufenden Fähren und Kreuzfahrtschiffe verursachen einen immensen Schwell. Nach einer „Ehrenrunde“ in der Chaldera würde ich in die Marina von Vlichada verholen und Santorin mit Roller, Quad oder Leihwagen erkunden.
Die Ansteuerung der Marina ist nicht ganz einfach. Verwenden Sie auf jeden Fall neuestes Kartenmaterial und Törnführer, da links und rechts des Einfahrtskanals Klippen und Riffe liegen.
Neuerdings liegt eine gelbe Boje vor dem Kanal. Lassen Sie diese an Steuerbord liegen und halten Sie dann direkt auf die Einfahrt zu. Wassertiefen hier circa 4m, abnehmend auf 2,50m in der Marinaeinfahrt und 2,10m weiter drinnen je nach Ausbaggerzustand. Es empfiehlt sich, vorher die entsprechenden Informationen vom Hafenmeister telefonisch einzuholen, seinen eigenen Tiefgang durchzugeben und sich dann einen entsprechenden Liegeplatz zuweisen zu lassen. Es verirren sich nicht allzuviele Yachten hierher. Ich hatte noch nie Schwierigkeiten, einen passenden Liegeplatz zu bekommen. Das Marinapersonal ist sehr freundlich und hilfsbereit. Wasser und Strom an der Pier, Tavernen direkt am Marinaeingang oder oben am Berg.
In der Taverne direkt bei der Marina kann man bequem Roller, Quads oder Autos mieten. Die Verleiher bringen die Gefährte oder nehmen Sie mit zu deren Basis und bringen Sie auch wieder zurück. Ein Ausflug über die ganze Insel mit Roller oder Quad lohnt sich wirklich. Danach nach Thira Stadt, das Gefährt abstellen und zu Fuß zum höchsten Punkt laufen und dort einen Kaffee trinken; oder mit der Seilbahn bzw. den Maultieren hinunter in die Chaldera.
Nehmen Sie sich jedenfalls einen Tag Zeit für Santorin, es lohnt sich.
5.Tag in Santorin
6.Tag: Santorin – Astypalaia, Maltezana 36° 34,5' N 26° 23,2' E 51 sm
Die 50 Meilen von Santorin nach Astypalaia legen Sie bei Meltemi mit halbem Wind in Rauschefahrt zurück. Nördlich an Anafi vorbei in die südlich der Wespentaille von Astypalaia gelegene Ankerbucht Maltezana. Nach dem Trubel in Santorin tut es gut, wieder eine Nacht vor Anker zu verbringen. Halten Sie Astypalaia etwas nördlich an um bei den auftreten Fallböen leicht abfallen zu können. Ansonsten wird es schwierig, nach Maltezana (oder zumindest in die Nähe) segeln zu können (motoren aber kein Problem). Bei der Ansteuerung von SW können Sie zwischen den beiden kleinen Inselchen durchfahren; WT 4 – 5m, Ansteuerungspunkt 36° 34,2' N 26°23,3' E.
Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, fährt um die längliche Insel außenherum und steuert Maltezana von Osten in etwas tieferem Wasser an. Ankern Sie auf 3 – 5m wo es beliebt oder gehen Sie an die Pier, falls Platz ist. Tavernen an Land und Busverbindung nach Skala, dem Haupthafen von Astypalaia.
7.Tag: Astypalaia – Nisiros, Hafen Paloi 36° 37,2' N 27° 10,3' E
Für den Rückweg nach Alacati wäre es vielleicht sinnvoller, von Astypalaia nordostwärts nach Kos zu segeln, doch ich würde die Vulkaninsel Nisiros nicht auslassen. Gerade wenn noch einige Tage zur Verfügung stehen, ist dann der Weg über Kos, Kalymnos, Agathonisi und Samos doch recht komfortabel zu schaffen.
Nisiros ist eine Vulkaninsel mit noch aktivem Krater, in den man hineinlaufen kann. Die Insel ist im Frühjahr das reinste Blütenmeer (kaum zu glauben bei Vulkaninsel). Auch sonst ist Nisiros eine grüne Insel.
Die Insel verfügt über zwei Häfen, von denen für uns Segler eigentlich nur der östliche, Paloi, interessant ist. Paloi – Hafen wurde erst kürzlich umgebaut; die Einfahrt wurde von Nord auf Ost verlegt. (Hoffentlich schützt das mehr gegen die Versandung). Die Wassertiefen betragen 2,50 bis 3 Meter. Früher konnte man nur an der Nordmole liegen, jetzt auch gegenüber sehr gut möglich, jedoch immer noch mit Anker, keine Mooringleinen.
Das Personal ist überaus freundlich, nimmt die Achterleinen entgegen und öffnet Strom und Wasser, falls gewünscht. Das Liegen ist umsonst, Wasser und Strom jeweils 5 €.
Mietwagen oder Motorroller sind am Hafen erhältlich, um zum Vulkan hinaufzufahren; zu Fuss etwas beschwerlich. Gute Tavernen an der Wasserfront. Ein kleiner Minimarkt, aber wirklich nur fürs Allernötigste.
Nördlich von Paloi liegt die Bimsstein – Insel Yali. Unterhalb des Wespentailleneinschnitts kann man gut geschützt vor dem Meltemi ankern. Vor der Verlegung der Hafeneinfahrt von Paloi stand bei starkem Nordwind Schwell in den Hafen. Da empfahl es sich, nach Yali auszuweichen. Dies dürfte jetzt der Vergangenheit angehören.
8. Tag: Nisiros – Kos Marina, Anst. 36° 53,9' N 27° 10,3' E 19 sm
Von Nisiros nach Kos Marina sind es zwar nur 19 sm, doch ist hier eventuell etwas aufkreuzen angesagt. Bei starkem Meltemi empfiehlt es sich, Nisiros früh morgens zu verlassen bevor der Wind richtig einsetzt. Lassen Sie die Kaps Ak Fokas Fl 4s 6M und Ak Louros Fl (3) w/r 15s 6M gut an Backbord und halten nach Runden von Ak Louros auf die Marina zu. Kos Marina ist eine gut geführte, moderne Marina mit allen Serviceeinrichtungen, die eine moderne Marina zu bieten hat. Ein Pilotboot weist Ihnen einen Liegeplatz zu und hilft beim Anlegen, auf Wunsch auch wieder beim Ablegen. Nach Kos – Stadt sind es zwar ein paar Kilometer zu Fuss, doch vor der Marina ist eine Bushaltestelle.
Supermarkt und Restaurants gibt es in der Martina, aber auch ausserhalb auf dem Weg nach Kos.Das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit.
Alternativ zu Kos könnte man auch einen Hafen an der türkischen Küste anlaufen z.B. Bodrum oder Turgutreis ( genauer beschrieben in Törnvorschlag 5).
9. Tag: Kos – Kalymnos, Bucht Emporio 37° 02,5' N 26° 55,7' E, 26 sm
Von Kos Marina einen kurzen Schlag nordwärts zur Türkischen Küste, dann Wende und ab geht’s am Wind südlich an Pserimos vorbei entlang der Südküste von Kalymnos bis zum Inselchen Nera in absoluter Rauschefahrt bei viel Wind, aber wenig Welle. Zwischen Nera und Kalymnos können Sie durchfahren. Jetzt noch ein Schlag weiter nach West, Wende und nordostwärts zum StenoTelendhou, dem Kanal zwischen Kalymnos und der Insel Telendhos. Das kleine Inselchen nach dem Kap Trakhilas können Sie an beiden Seiten gut passieren. Der Steno Telendhou ist landschaftlich sehr reizvoll, jedoch werden Sie hier durchmotoren müssen. 3 sm weiter nördlich liegt die Bucht Emporio hinter einer kleinen Insel, die an beiden Seiten passiert werden kann.
In Emporio liegen grosse Mooringtonnen aus, die zu einer der Tavernen an Land gehören. Ich empfehle, eine von ihnen zu nehmen, da der Anker hier schlecht hält und heftigste Fallböen auftreten können. Ansonsten liegt man hier sehr ruhig in landschaftlich sehr schöner Umgebung.
10.Tag: Kalymnos – Agathonisi (Gaidaros), 32 sm
Am nächsten Tag ist zeitiges Aufstehen angesagt, da ein Teil der Strecke nach Agathonisi aufgekreuzt werden muss. Je nach Windstärke und – Richtung fährt man an der Westküste von Leros entlang (oder kreuzt hoch) oder zwischen Kalymnos und Leros, um dann Kurs Agathonisi anzulegen. Wahrscheinlich ist der zweitgenannte Weg günstiger, da von der Südküste von Leros ein Anlieger nach Agathonisi möglich sein sollte. Die Durchfahrt sollte eigentlich keine Probleme bereiten. Halten Sie auf den Wegpunkt 37° 05,6' N 26° 52,9' E zu, dann auf Ostkurs zwischen den beiden Inselchen hindurch. Das südliche trägt ein Leuchtfeuer Fl 1,5s 4M. Nach einer Meile dann
Kurs Agathonisi, noch circa 20 sm. (evt. kleiner Schlag nötig)
Der „Haupthafen“ Agios Georgiou 36° 26,8' N 26° 57,6' E, Fl 2s 4M eignet sich bestens zum Übernachten. Auch wegen der Freundlichkeit der Bewohner ( ca 70), der Sauberkeit, der Atmosphäre im Dorf und in den Tavernen wird die kleine Insel gerne angelaufen.
Man kann in den Seitenbuchten der Hauptbucht Ag. Georgiou sowie vor dem Ort ankern oder aber an der Pier längsseits festmachen. Der vordere Bereich der Pier (gelb gekennzeichnet) ist dem Boot der Küstenwache vorbehalten. Auch wenn der Platz frei sein sollte, legen Sie sich nicht dorthin, das Küstenwachboot kann auch mitten in der Nacht kommen, dann müssen Sie verholen.
Am nächsten Tag führt der Weg weiter nordostwärts Richtung „kleine Samosstraße“ (Kusadasi – Straße), die griechische Insel Samos an Backbord, das türkische Festland an Steuerbord. Die kleine türkische Insel „Bayrak – Adasi“ trägt ein Leuchtfeuer und kann an beiden Seiten problemlos passiert werden.
11.Tag: Ostküste von Samos oder Kusadasi
12. Tag: Eine Bucht an der türkischen Küste oder Sigacik Marina
13. Tag: Rückweg nach Alacati
Es bietet sich an, auf dem weiteren Weg zurück zum Ausgangshafen Alacati einen Stop an der Südküste von Samos z.B. Pythagoreion oder an der Ostküste in einer der Ankerbuchten einzulegen.
Auch Kusadasi an der türkischen Küste wäre eine Möglichkeit. Für den letzten Tag sollten Sie dann ein Ziel nicht mehr allzu weit von Alacati z.B. Doganbey oder Sigacik, wählen, um am Freitagnachmittag die Marina Alacati bequem erreichen zu können, wo Sie gegen 17.00 Uhr von unserer Basiscrew erwartet werden.
Die Marina und Ankerplätze auf Samos habe ich in Törnvorschlag 3, die an der türkischen Küste in Törnvorschlag 4 ausführlich beschrieben.
Dieser 2 – Wochentörn ist natürlich auch von unserer Basis Turgutreis sehr gut durchführbar. Von Turgutreis nach Kalymnos – Hafen, dort einklarieren, dann weiter nach Emporio. Von hier sollte der Trip nach und über Amorgos eigentlich gut möglich sein. Da der Rückweg von Santorin nach Turgutreis nicht so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie nach Alacati, wäre sogar noch der Besuch einer weiteren Ägaeisinsel z.B. Ios oder Naxos möglich oder ein Abstecher in den Gökova Golf mit Stop in Bodrum. Je nach Gusto (beschrieben in Törnvorschlag 5).
Dieser Törn nach Santorin ist ein absolutes Highlight und Santorin selbst meine Lieblingsinsel in der Ägaeis. Da im Sommer in der zentralen Ägaeis der Meltemi tagelang sehr stark blasen kann, ist gründliche Vorbereitung, sorgfältige Navigation und gute Seemannschaft Vorraussetzung für ein gutes und stressfreies Gelingen. Die nötigen Hilfsmittel hierfür befinden sich auf jedem unserer Schiffe.
Im August 2009 unternahm ich diesen Törn als Skipper für eine Familie mit 4 Kindern und 2 Opas auf einer 54 Fuss Yacht von Marmaris aus (Route dann über Kos und Kalymnos). Bis Santorin waren wir nur zu viert, der Vater (42 J.), dessen Vater und Schwiegervater (beide 80 J.) und ich als Skipper (46 J.). Jeden Tag bis Santorin Windstärke 6 bis 8; keine Probleme. In Santorin stiegen die Mutter und die vier Kinder zu (2 Mädchen 5 u. 7 J., 2 Jungs 11 u. 12 J.), die aus Deutschland hier ankamen. Wir hatten nie Schwierigkeiten trotz dieses Windes. Der Vater legte dann noch nach den 2 Wochen in Marmaris die SKS - Prüfung mit Erfolg ab.
Sie sehen, es ist vieles möglich in einem der schönsten Segelreviere der Welt. Packen Sie's an.
Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall viel Spass
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